Club Agilando – Tanzen, Bewegung und Lebensfreude für die Generation 60plus
Das Tanz- und Fitnessprogramm Club Agilando wurde Anfang 2007 im Rahmen des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (ADTV) entwickelt. Initiator war der Tanzlehrer Norbert Kalkbrenner, der gemeinsam mit dem ADTV ein Format schaffen wollte, das speziell auf die Bedürfnisse der Generation 60plus zugeschnitten ist. Zielgruppe sind sogenannte „Best Ager“, die körperlich aktiv bleiben, geistig beweglich sein und gleichzeitig Freude an Musik und Bewegung erleben möchten.
Bereits ab 2008 wurden die positiven Effekte von Club Agilando wissenschaftlich begleitet. Eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum beschäftigte sich mit den Auswirkungen auf Koordination, Gleichgewicht, Konzentration und allgemeines Wohlbefinden. Die Ergebnisse bestätigten, was viele Teilnehmende längst selbst erleben: Regelmäßiges Tanzen in dieser Form wirkt sich ganzheitlich positiv auf Körper und Geist aus.
Doch was ist Club Agilando eigentlich genau?
Im Kern ist es eine Kombination aus Tanz und Gymnastik, speziell angepasst an ältere Erwachsene. Die Grundidee ist einfach: Bewegung soll fordern, aber nicht überfordern. Durch tänzerische Abläufe werden neue Bewegungsmuster erlernt, das Gleichgewicht geschult und gleichzeitig neue Verknüpfungen im Gehirn geschaffen. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei, dass viele klassische Gesellschaftstänze ohne Tanzpartner erlernt werden – ähnlich wie beim Line Dance.
Die gelernten Grundschritte und Figuren sind jedoch nicht isoliert. Wer sie beherrscht, kann mit einer passenden Führung auch bei Veranstaltungen oder Tanzabenden spontan mit anderen tanzen. Dadurch bleibt Club Agilando alltagsnah und praxisorientiert. Ergänzt wird das Programm durch Elemente, die man aus der Line-Dance-Kultur kennt – gemeinsames Tanzen in der Gruppe, klare Strukturen und viel Wiederholung, ohne Leistungsdruck.
Getanzt wird zu Musik aus den 60er-, 70er- und 80er-Jahren, ergänzt durch ausgewählte moderne Titel. Schnelle Tänze wie Jive oder Quickstep fördern Reaktion und Aufmerksamkeit, während ruhigere Tänze wie Rumba bewusst einfach gehalten werden. So ist für unterschiedliche Bedürfnisse und Tagesformen immer etwas dabei. Club Agilando hat sich über die Jahre stetig weiterentwickelt und steht heute neben anderen bekannten Formaten wie Zumba Gold oder „Fit im Alter“. In den Augen des Münchner Tanzschulinhabers Kevin Braun gibt es dabei kein „besser“ oder „schlechter“ – entscheidend ist, dass man in Bewegung bleibt und Freude daran hat.
Ein fester Bestandteil jeder Stunde ist nach dem gymnastischen Aufwärmen eine kurze Pause. Diese ist weit mehr als nur Erholung: Hier entstehen Gespräche, Begegnungen und oft auch langjährige Freundschaften. Für viele Teilnehmende ist Club Agilando deshalb nicht nur ein Bewegungsangebot, sondern auch ein wichtiger sozialer Treffpunkt.
Club Agilando ist nicht zwingend für absolute Anfänger gedacht, setzt aber auch keine jahrelange Tanzerfahrung voraus. Spezielles Schuhwerk ist ebenfalls nicht nötig – Straßenschuhe oder bequeme Sportschuhe reichen vollkommen aus. Wichtig ist vor allem die Bereitschaft, sich zu bewegen und Neues auszuprobieren.
Ein Punkt, der bei KULT besonders ernst genommen wird, ist der respektvolle Umgang miteinander – auch wenn es um finanzielle Themen geht. Sollte es einmal finanziell eng werden, lohnt sich immer das persönliche Gespräch. In den vergangenen Jahren konnten so viele Kündigungen vermieden werden, weil oft nicht fehlende Motivation, sondern schlicht das Geld das Problem war. Bei KULT wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, damit jede und jeder weiterhin teilnehmen kann – diskret und ohne dass sich jemand dafür schämen muss.
Am Ende zeigt sich immer wieder: Musik, Bewegung und Gemeinschaft können bei vielen Seniorinnen und Senioren wahre Wunder bewirken. Menschen kommen müde oder angespannt in die Stunde – und verlassen sie nach 60 Minuten mit einem Lächeln, gelöster Haltung und neuer Energie. Genau dafür steht Club Agilando.













